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Donnerstag, 7. Juli 2011

ADHS Buchempfehlung für Lehrer

ADHS in der Schule (Ein Buch inkl. CD mit Übungsprogrammen)

Das Buch eignet sich ideal für Lehrer welche sich engagiert diesem Thema verschreiben und nicht  die Lösung im verschreiben von Pillen sehen. Zudem wird auch in diesem Buch nochmals auf die entscheidende Zusammenarbeit mit den Eltern hingewiesen. Hauptpunkte hier sind:
-                                        Klare Begrifflichkeit absprechen
-                                        Anerkennen das Schule und Elternhaus unterschiedliche 
Umgebungen sind und unterschiedliche Aufgaben erfüllen
-                                        Verständnis für Eltern und Lehrer fördern



Teil 1 Störungsbild
1.    Aufmerksamkeitsgestörte/hyperaktive  Kinder in Unterricht
2.    Wissenschaftliche Kriterien für Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung
3.    Häufigkeit und Verlauf
4.    Wie entstehen Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätsstörungen?
5.    Was kann man von einem aufmerksamkeitsgestörten/hyperaktiven Kind erwarten?
6.    Was ist zu tun?
7.    Tipps und praktische Einzelheiten

Teil 2 Manuel zur CD (Übungsprogramm und Bausteine 1 – 7)
-          BS 1 Das Erscheinungsbild der Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätsstörung
-          BS 2 Situationsabhängigkeit des Schülerverhaltens
-          BS 3 Strukturierte Massnahmen bei ADHS in der Schule
-          BS 4 Das kindliche Verhalten durch Verstärkung lenken
-          BS5 Verstärkung durch Token-Systeme
-          BS6 Verbesserung der Handlungsregulation des Kindes

Donnerstag, 23. Juni 2011

ADHS Buchempfehlung für Eltern




 Das große ADHS-Handbuch für Eltern(Russell A. Barkley)



Die 14 Prinzipien für die Erziehung eines Kindes mit ADHS
Das Acht-Schritte-Programm zur Überwindung von Verhaltensproblemen
Muster einer Aufgaben- und Belohnungsliste
Checkliste für Fragen über ADHS Medikamente an Ihren Arzt


Buchinhalt
Kinder sind grundsätzlich aktiver, überschwänglicher, weniger konzentriert und impulsiver als Erwachsene. Schwierigkeiten, die daraus entstehen, werden sich in der Regel «auswachsen». Doch es gibt Ausnahmen, und so selten sind diese nicht: Bei Kindern, deren Unaufmerksamkeit, Bewegungsdrang und Unbeherrschtheit ein gewisses Maß übersteigt, besteht der Verdacht auf eine Entwicklungsstörung. Diese wird als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung oder ADHS bezeichnet. Um diese Störung geht es in Barkleys Buch! Er hat es vor allem für Eltern und andere Bezugspersonen geschrieben, die Verantwortung tragen für ein Kind mit ADHS und mehr über die Störung und den Umgang mit ihr wissen möchten. Neueste Forschungen bestätigen, dass die Störung weder durch Erziehungsfehler noch durch falsche Ernährung noch durch exzessiven Fernsehkonsum ausgelöst wird, sondern weitgehend genetisch bedingt ist. Wir wissen heute, dass daraus entstandene Probleme nicht von alleine verschwinden. Wir wissen auch, dass regelmäßig eingenommene Medikamente sehr hilfreich sind, und zwar sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen und Erwachsenen. Inzwischen ist auch klar, dass eine Ernährungsumstellung bei den meisten Betroffenen kaum eine Wirkung zeigt. In Zeitungskolumnen wird die Störung immer noch als Phantom hingestellt, und es wird nach wie vor behauptet, am besten sei ihr durch mehr Disziplin zu Hause und in der Schule beizukommen. Wer sich eingehend mit der wissenschaftlichen Literatur zum Thema beschäftigt hat, erkennt schnell, dass all diese Aussagen unhaltbar sind.



 Inhaltsverzeichnis:

1.Teil: ADHS - was ist das?
Kapitel 1: Was heißt Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung?   43
Kapitel 2: Das Kernproblem: Der Mangel an Selbstbeherrschung  87
Kapitel 3: Die Ursachen der ADHS  109
Kapitel 4: Die Folgen der Störung: Was bedeutet es, eine ADHS zu haben?  145
Kapitel 5: Das Kind mit ADHS im Kontext der Familie  171

 2.Teil: Verantwortung übernehmen: So vertreten Sie mit Erfolg die Interessen Ihres Kindes
Kapitel 6: Soll ich mein Kind auf das Vorliegen einer ADHS untersuchen lassen?  185
Kapitel 7: Die Vorbereitung auf die Untersuchung  193
Kapitel 8: Die Diagnose verkraften  213
Kapitel 9: Vierzehn Prinzipien für die Erziehung eines Kindes mit ADHS  221
Kapitel 10: Was Sie für sich selbst tun können   235

 3. Teil: Die ADHS bewältigen: Strategien für die Schule und zu Hause
Kapitel 11: Das Acht-Schritte-Programm zur Überwindung von Verhaltensproblemen  249
Kapitel 12: Wenn es zu Hause nicht so läuft, wie es laufen sollte: Die Kunst des Problemlösens  287
Kapitel 13: Die Beziehung zu Gleichaltrigen.  295
Kapitel 14: Jugendliche mit ADHS  307
Kapitel 15: Kinder mit ADHS in der Schule: Worauf Sie achten sollten.  333
Kapitel 16: Vom ersten bis zum letzten Schultag: Erfolgsmethoden für Schüler, Lehrer und Eltern 353
Kapitel 17: Der Schulerfolg ist nicht alles: Manchmal gibt es Wichtigeres   381

 4.Teil: Die medikamentöse Behandlung der ADHS
Kapitel 18: Die Stimulanzien   393
Kapitel 19: Andere Medikamente gegen ADHS  419

Montag, 20. Juni 2011

Neurofeedback für Zuhause

Was ist Neurofeedback
Neurofeedback bietet die Fähigkeit durch Lernprozesse im Gehirn sein Verhalten zu verändern. Erst seit kurzem ist bekannt, dass mit Neurofeedback Lernprozesse positiv beeinflusst werden können. Dies bildet die Grundlage eines Neurofeedbacktrainings und ist besonders für Kinder mit ADHS zu empfehlen. Beim Neurofeedback-Training sitzt das Kind vor einem Computerbildschirm. Seine Gehirnströme werden über das Mindwave-Headset abgeleitet und steuern ein Computer-Programm.  Je nach Konzentrationsgrad kann das Kind  mit seiner Gedankenkraft in einem Computerspiel einer Ameise beim arbeiten helfen. Mit diesem neuen computergestützten Verfahren entwickeln Kinder mit ADHS selber Strategien, um sich besser zu konzentrieren und ihr Verhalten zu steuern.   Das absolut neue am Mindwave Headset ist das unschlagbare Preisleistungsverhältnis.
Damit ist es erstmals auch Eltern möglich ihre Kinder in den Genuss von  Neurofeedback kommen zu lassen. Es ist wichtig, dass die Kinder beim Neurofeedback aktiv mitarbeiten und ihre Eltern sie beim Transfer der erlernten Selbstregulations-Strategien in den Alltag unterstützen.

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Wie funktioniert Neurofeedback
Das Gehirn eines Menschen besteht aus Milliarden von verknüpften rieskorngrossen Neuronen. Wenn Neuronen interagieren, bilden sich Muster in Form von Gedanken, wie emotionalen Zuständen oder wie Aufmerksamkeit. Ein normaler Mensch hat ca. 70.000 Gedanken pro Tag. Jede Interaktion zwischen Neuronen schafft eine kleine elektrische Entladung, die vom EEG (Elektroenzephalogramm) erfasst wird. Einzeln genommen, sind diese Ladungen außerhalb des Schädels unmöglich zu messen. Ein dominanter Gemütszustand besteht hingegen aus einer kollektiven Neuronenaktivität die von hunderttausenden übereinstimmenden Entladungen geschaffen wird. Und diese Gehirnwellen sind messbar.  Nach einem Jahrhundert des Experimentieren, haben Neurowissenschaftler feststellen können, in welchen Regionen des Gehirns spezifische Aktionen auftreten. Motorische Kontrolle der Gliedmaßen beispielsweise entsteht im oberen Bereich des Gehirns. Visuelle Wahrnehmung hingegen wird im hinteren Bereich des Gehirns verarbeitet. Aus evolutionärer Sicht sind diese grundlegenden Funktionen bei den meisten Tieren vorhanden. Die Entwicklung des Menschen zu intelligenteren Kreaturen führte zu einem Anwachsen des prefrontalen Cortexes im vorderen Bereich des Gehirns, wo höheres Denken angesiedelt ist. Emotionen, Gemütszustände, Konzentration usw. sind allesamt dominant in diesem Gebiet. Das ist der Hauptgrund dafür, dass der Hauptsensor von des Mindwave auf einer Position namens FP1 ruht.  Unterschiedliche Zustände des Gehirns sind das Ergebnis von unterschiedlichen Mustern neuraler Interaktion. Diese Muster führen zu Wellen, die sich durch unterschiedliche Amplituden und Frequenzen auszeichnen. Gehirnwellen zwischen 12 und 30 Hertz – Betawellen – werden beispielsweise mit Konzentration in Verbindung gebracht, während Wellen zwischen 8 und 112 Hertz ruhiger Entspannung entsprechen. Bei ADHS Kindern ist es wichtig diese beiden Zustände zu trainieren.


Neurofeedback neuste Technologie 
Das MindWave Headset ist das erste Produkt für den Endverbrauchermarkt. Als EEG-Schlüsseltechnologie benutzt es hochsensible Biosensoren welche durch den Einsatz in Produkten wie das Mattel Mindflex, der Star Wars Force Trainer in einen auch für Endkunden bezahlbaren Rahmen sind.  Das spezielle an Mindwave besteht darin, dass es Gehirnwellenimpulse an der Stirn, an einer Position misst, die die Neurowissenschaftler mit medizinischer Präzision FP1 nennen. Die Verbindung mit einem PC erfolgt per drahtlosem USB-Plug-In. Zurzeit gibt es über ein Dutzend Anwendungen. Das MindWave-Bundle beinhaltet 10 Anwendungen und jede dieser Anwendungen integriert EEGs auf besondere Art und Weise. SpeedMath kontrolliert zum Beispiel die Aufmerksamkeit eines Schülers beim Lösen einfacher Rechenaufgaben. Das Mindset ermöglicht es erstmals Eltern zu Hause ein Neurofeedbacktrainig durchzuführen. Sie benötigen einen PC oder Notebook und schon kann es losgehen.


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Dienstag, 10. Mai 2011

ADHS Kinder sind anders

Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab vom Weg zur Weisheit. (Chinesisches Sprichwort)


Im Umfeld von ADHS wird speziell von den Eltern und Lehrern viele abverlangt, das chinesische Sprichwort bringt es auf den Punkt. ADHS Kinder sind in vielen Verhaltensweisen anders, sie denken anders, sie nehmen anders wahr und sie finden andere Lösungswege. Wir alle neigen dazu, die Norm als richtig zu definieren. Kinder mit ADHS sind jedoch nicht in dieser Norm, weil Sie ihre eigenen Strategien haben. Ihre Lösungen unterscheiden sich von denen anderer Kinder.
Sind diese Lösungen deshalb falsch?

Beispiel: Fabel vom Raben
Der Rabe hatte sich Käse gestohlen und sich anschließend auf einem Baum niedergelassen um sich über den Leckerbissen herzumachen. Dies beobachtete ein Fuchs und sagte zum Raben*: 

--- Bitte schreibe: was der Fuchs zum Raben sagt. ---

Diese Worte schmeichelten dem Raben sehr. Sofort öffnete er seinen Schnabel und begann zu krächzen, dabei fiel ihm das Stück Käse heraus. Reineke schnappte sich das Essen und rannte davon.

Für alle ausser dem ADHS Kind ist es klar das der Fuchs versucht den Raben zum sprechen oder singen zu bringen. Ein ADHS Kind wird eine völlig neue Lösung suchen und finden. Falls Sie ein Kind mit ADHS haben testen Sie dies und lassen Sie sich überraschen.  Leider führen gerade diese überraschenden Lösungen  vor allem im schulischen Umfeld oft zu schlechten Noten. Dies weil die Normlösung gut benotet und die andersartige Lösung im besten Fall nicht schlechter benotet wird.

Woher kommt diese andersartige Wahrnehmung bei ADHS Kindern. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Eindrücken und Informationen  anders wahrgenommen und verarbeitet werden als bei sogenannt normalen Kindern. Für ein ADHS Kind ist die vorbeiziehende Wolke am Fenster gleich wichtig wie die Lehrerin an der Tafel. Sie haben Mühe die vielen Reize zu filtern. Dies führt zu einem oft nicht angepassten verhalten, welches besonders in der Schule nur schwer akzeptiert wird.

Inder Pause bekommen ADHS Kinder häufig zu hören: „Mir Dir spielen wir nicht mehr.“  Der Grund liegt auch hier in der andersartigen Wahrnehmung die gepaart ist mit einer tiefen Frustrationstoleranz. Durch die zusätzliche Impulsivität und schnelle Gereiztheit wirken Sie für andere Kinder dominant. Sie bekommen deswegen schnell Streit und werden damit von den Spielkameraden  mehr und mehr ausgegrenzt und verbringen die Pause alleine.


Eine andere Perspektive
Nehmen wir einmal an, dass wir nicht nur aus einem Körper aus Fleisch und Blut bestehen, sonder ein Wesen mit einer Seele sind. In diesem Falle sind die ADHS Kinder eher auf der Seele und nicht auf dem körperlichen. Dadurch sind sie empfänglicher für das geistige und weniger geeignet für der Erdendasein. Sie spüren auf dieser geistigen Ebene viele Einflüsse im zwischenmenschlichen Bereich, was zu einer Reizüberflutung führt welche Ihnen schnell zu viel wird. Durch diesen Fokus auf das Seelische sind ADHS Kinder meist eher ungeschickt im Umgang mit ihrem Körper, dies führt wiederum zu einer noch stärkeren Fokussierung auf das Seelische. Sie leben dadurch sehr in der Gegenwart, was man auch als verträumt wahrnimmt. Ihren Alltag zu strukturieren haben Sie wenig Interesse und brauchen deshalb mehr Zeit um sich im darin zu recht zu finden.  Auf Dinge, welche ihr Interesse wecken können sie sich sehr konzentrieren. Sie sind dann äusserst fokussiertt und wirken wie in einer anderen Welt. Dies funktioniert aber nicht auf Befehl, was ihnen grosse Mühe macht mit dem autoritären Verhalten von Erwachsen im Sinne von Machtausübung. Sie können aber eine natürliche Autorität sehr wohl akzeptieren, dass Sie ein Gespür für das echte und Wahre haben.





*Oh Rabe, wie prächtig glänzen deine Federn! Was hast du für einen anmutigen Körper! Ach, du bist einfach wunderschön! Wenn du auch noch singen könntest, wärst du für mich der schönste aller Vögel!"


Donnerstag, 28. April 2011

Erkennen von ADHS

Während der Schwangerschaft
Ein ADHS-Kindes unterscheidet sich in der Schwangerschaft nur unwesentlich. Einzelne Mütter haben bereits im Mutterleib eine hohe Aktivität des Kindes bemerkt. Die meisten Schwangerschaften verlaufen allerdings normal, d.h. ohne Komplikationen.
Im ersten Jahr
Das Stillen klappte oft schlecht. Sie schreien oft in den ersten 3 Monaten, da Sie häufig von den sogenannten "Drei-Monats-Koliken" betroffen sind. Durch das Leiden an Reizüberflutung sind Sie selbst im Kinderwagen oft am weinen. Wenn ihr Rhythmus nicht eingehalten wird, fangen Sie  an zu schreien und sind nur äusserst schwer zu beruhigen.


1-4 Jahre alt
In diesem Alter werden die Kinder in Gruppen immer als "Störenfried" und als auffällig bezeichnet und können sich nicht in die Gruppe einfügen. Zu Hause sind sie sehr unkonzentriert, nur am Toben und aggressiv gegenüber Geschwistern. Oft sind Sie sehr tollpatschig, stolpern viel und verletzen sich.

Kindergarten
ADHS im Kindergartenalter zu diagnostizieren ist eher problematisch, da es in diesem Alter oft  zu einer natürlichen Überaktivität des Kindes kommt. Trotzdem wird bereits im Kindergarten bei Kindern  ADS oder ADHS erkennbar.  Sie können sich nur schwer in Gruppen integrieren und haben eine geringe Frustrationstoleranz. Sie stehen oft und gerne im Mittelpunkt, sind stets über aktiv und tun sich sehr schwer, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Zudem haben Sie ständig neue Ideen und lassen sich durch alles ablenken.

Schule
Die Schulzeit bedeutet häufig Leidenszeit. Dies obwohl meist die Intelligenz und Begabung der Schulform entsprechen. Es fehlt den ADHS Kindern an Ausdauer und Konzentration für die geforderten Aufgaben.  Zudem führen Flüchtigkeitsfehler und ständiges Stören des Schulunterrichts schnell zu schlechten Noten. Die mangelnde Anpassungsfähigkeit an vorgegebene Verhaltensregeln und das impulsives Störverhalten von Kindern mit ADHS macht diese auch in der Schule oft zu unbeliebten Außenseitern. Durch diese Erfahrungen von Ablehnung, setzt sich eine Spirale mit negativer Entwicklung  in Gang.  Im  Schulalltag fühlen sich die Kinder oft unverstanden und  dies führt zu Misserfolgen, welche die Schule zur Qual machen. Die Gefahr einer "unglücklichen Schulkarriere" ist damit sehr groß.

Donnerstag, 14. April 2011

Erste Erfahrungen mit Training der Hirnwellen

Gerne nutze ich die Gelegenheit zu einem Feedback zu den Erfahrungen mit Neurofeedbacksitzungen (mein Sohn Rolf 8 Jahre alt).  Auslöser war eine mehrmonatige Extrembelastung in der Schule, der aber bereits eine langjährige Phase von Stress in der Vorschulzeit,  1. Klasse und in der Familie vorausgegangen war.  Zudem hatten sich mit der Zeit  sowohl in der Schule als auch Zuhause Verhaltens- und Reaktionsmuster eingespielt, welche die Belastung enorm verstärkten.

Bei der ersten Neurofeedback Probesitzung verblüffte mich das Interesse von Rolf, das in den Details weit über das hinausging, was man als Interessiert-Betroffener gemeinhin kennt – und anlässlich einer solchen Situation auch erwarten würde. Das Training selber  hat Rolf als sehr angenehm empfunden; nicht nur wegen des Kinderfilmes welcher abgespielt wurde, sondern auch weil das Training so unkompliziert ausgelegt wurde.
Am meisten beeindruckt hat mich aber, wie scheinbar unspektakulär und gleichzeitig effizient das Training wirkte:  Schon nach 2 Monaten konnte Rolf das Trainierte in der Schule umsetzen.  Er teilte der Lehrerin mit: Immer wenn ich in Stresssituationen komme, erinnere ich mich an das Neurofeedback  und kann dadurch mich besser konzentrieren. Damit nimmt der empfundene Stress stetig ab und die Panikgefühle angesichts des Prüfungsdrucks  weichen einer durchaus verantwortlichen Gelassenheit. Rolf nimmt sich während der Prüfung auch mal eine Pause heraus, ohne das frühere schlechte Gewissen – und mit der Erfahrung, dass er den Rückstand dank einer irgendwie höheren Effizienz eigentlich relativ locker wieder wettmachen kann. Das Lebensgefühl von Rolf, seiner Lehrerin und nicht zuletzt auch jenes in unserer Familie hat sich stark verbessert, und ich bin dankbar dafür.  Ich habe das Neurofeedback schon mehrere Male empfohlen und werde dies auch gerne weiterhin tun.  Zudem habe ich aufgrund der Erfahrung ein Neurofeedbacksystem für zuhause gesucht. An der letzten CeBIT Habe ich ein sehr interessantes Produkt gefunden.
Nähere Informationen werde ich in meinem nächsten Blog veröffentlichen.

Mittwoch, 13. April 2011

Tipps für Lehrer im Schulalltag


Basis für eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung ist eine angstfreie, humorvolle Atmosphäre, in der sich alle Schüler mit ADHS Symptomen trauen, mehrmals nachzufragen, wenn Sie nicht aufgepasst oder etwas nicht verstanden hat.

Fördern Sie gezielt die Stärken des Kindes. Dadurch verstärken Sie die erstrebenswerten Verhaltensweisen. Verlangen Sie gleichmäßiges Lernen ein und überprüfen Sie täglich die Hausaufgaben. Kinder mit ADHS brauchen eine Lehrperson, welche sie streng, aber liebevoll und sanft unterstützt. Klar nachvollziehbare Unterrichtsstunden bilden die Grundlage für einen strukturierten Schulalltag. Kinder mit ADHS müssen wissen, wie der bevorstehende Schultag ablaufen wird. Mit  Veränderungen können sie häufig schlecht umgehen. Informieren Sie die Eltern über bevorstehende Klassenarbeiten.

Ermöglichen Sie körperliche Bewegung während den Schulstunden und fördern Sie während der Pause körperliche Aktivitäten als Ausgleich zum ruhig sitzen im Unterricht.

Sprechen Sie die Sonderstellung des ADHS Kindes in der Klasse offen an. Ein Kind mit ADHS ist bei seinen Mitschülern bereits als „Problemkind” bekannt. Durch Aufklärung können Sie großes Verständnis und Anteilnahme aller Mitschüler zählen. Vor dem Gespräch mit der ganzen Klasse sollten Sie das Kind über Ihre Absicht informieren. Voraussetzung ist in jedem Falle das Einverständnis der Eltern.

Wie sollten sich Lehrer bei einer ADHS Eskalation verhalten.
Wenn Sie bemerken, dass die Erregung des ADHS-Kindes ansteigt, lassen Sie es nicht auf einen Machtkampf ankommen. Lenken Sie das Kind ab am besten durch einen Auftrag der mit einer körperlichen Aktivität verbunden ist. Sollte es trotzdem zur Eskalation kommen,  bleiben Sie möglichst ruhig und geben Sie kurze und klare Anweisungen das Zimmer zu verlassen. Rennt das Kind weg, laufen Sie nicht hinterher. Das Kind beruhigt sich mit der Zeit und kommt dann von selbst wieder zurück.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Schule. Geben sie den Eltern Hilfestellungen für die Unterstützung der Hausaufgaben..Halten Sie regelmäßig Kontakt mit den Eltern des Kindes und suchen Sie gemeinsam mit ihnen nach Lösungen für die Probleme sowohl im Sozialverhaltensbereich als auch im Lernleistungsbereich. Besprechen Sie gemeinsam die Schwächen und Stärken des Kindes und überlegen Sie, wo es seine Stärken einbringen kann.

Sonntag, 3. April 2011

Wissen für Lehrer



Was Lehrer über ADHS wissen sollte!

1. Ich vergesse wirklich Dinge, ich bin nicht arrogant und kein Besserwisser.

2. Ich bin kein Dummkopf.

3. Ich erledige meine Hausaufgaben wirklich. Ich verliere sie nur leicht oder lasse sie zu Hause oder kann sie aus irgendeinem Grund nicht finden, wenn ich sie brauche. Die Aufgaben in einem Heft zu machen ist viel leichter für mich und ich kann sie nicht so schnell verlieren. Lose Blätter sind für mich schwer zu handhaben.

4. Wenn ich noch einmal die gleiche Frage stelle oder viele Fragen stelle, ist das nicht aus Arroganz. Ich versuche nur zu verstehen, zu begreifen und mich daran zu erinnern was Sie gesagt haben. Bitte seien Sie geduldig und helfen Sie mir.

5. Ich will alles richtig machen. Ich habe mich schon Jahre in der Schule abgemüht und es ist frustrierend für mich. Mein Ziel ist es mein Bestes zu geben und diese Klasse gut abzuschließen.

6. ADHS ist keine Ausrede. ADHS existiert wirklich und es bestimmt wie ich denke. Ich wäre sehr gerne „normal“ und würde mich sehr gern schnell an Informationen erinnern. Ich genieße es nicht „anders“ zu sein und habe auch keinen Spaß daran das ich „anders“ bin.

7. Ich brauche Ihre Hilfe um erfolgreich zu sein. Es war nicht immer einfach für mich um Hilfe zu bitten und manchmal fühlte ich mich, weil ich fragen musste, wie ein Dummkopf. Bitte seien Sie geduldig mit meinen Versuchen und bieten Sie Ihre Hilfe an.

8. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie alleine mit mir über mein Benehmen oder über Aktionen, die vielleicht nicht altersgerecht und okay waren, reden. Bitte erniedrigen Sie mich nicht, beleidigen Sie mich nicht und rufen Sie mich nicht zur Aufmerksamkeit vor der Klasse.

9. Ich bin besser mit einem detaillierten Plan und wenn ich weiß was Sie erwarten. Wenn Sie Veränderungen planen, helfen Sie mir bitte mich früh daran anzupassen. Es dauert für mich vielleicht länger mich daran anzupassen. Feste Strukturen und Führung sind meine besten Verbündete.

10. Ich habe nicht gern eine „spezial Behandlung“. Bitte weisen Sie nicht mit Achtung! auf mein ADHS hin, sondern helfen Sie mir Erfolg zu haben in dem Sie so wenig wie möglich auf mein ADHS hinweisen.

11. Beschäftigen Sie sich mit ADS/ADHS. Lesen Sie Informationen und finden Sie so viel wie möglich darüber heraus, wie Kinder mit ADHS lernen und darüber was man tun kann damit es leichter für sie ist.

12. Erinnern Sie sich immer daran, dass ich eine Person mit Gefühlen, Bedürfnissen und Zielen bin. Sie sind so wichtig für mich wie Ihre für Sie.